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Preis, Qualität und Zuverlässigkeit – das sind drei Säulen, die die Bocholter Sinnack Snacks GmbH & Co. KG innerhalb von nur wenigen Jahren vom Sanierungsfall zum deutschen Marktführer in der Produktion von Wraps gemacht haben. 700.000 Packungen mit den dünnen Fladenbroten, die als Hülle für verschiedene Füllungen verwendet werden, verlassen inzwischen wöchentlich das Werk im Industriepark Mussum. „Und wir wollen noch in diesem Jahr mit Inbetriebnahme einer vierten Linie die Millionenmarke knacken“, berichtete Geschäftsführerin Jana Sinnack jetzt den Mitgliedern des Lions Clubs Rhein-Issel bei deren Besuch im Unternehmen. 

Die Geschichte beginnt 2005, als die Gräfer Back GmbH im Handelsregister eingetragen wird. Vertriebsspezialist Mark Gräfer ist der Initiator, der Bocholter Unternehmer Julius-Peter Sinnack der Investor und Mentor mit Backwaren-Know-how. Bereits ein Jahr später verlassen am Standort Lohne die ersten Weizenwraps die Produktion. In den Jahren 2008 bis 2012 wird konsequent in weitere Linien investiert. 2013 reagiert das Unternehmen auf den Trend zu natürlichen Zutaten: Die ersten Wraps ohne Konservierungsstoffe kommen auf den Markt. „Genau das ist bis heute unser Wettbewerbsvorteil“, berichtet Jana Sinnack.

Doch trotz steigender Umsätze läuft es wirtschaftlich zunächst nicht rund. Grund: Strukturen und Abläufe sind nicht optimiert. Ein Wendepunkt kommt 2013, als Jana Sinnack, die jüngste Tochter des Mitgründers,  die Geschäftsführung übernimmt und das Unternehmen strategisch neu ausrichtet. 2016 geht mit der vollständigen Übernahme der Firmenanteile das Unternehmen in den alleinigen Besitz der Familie Sinnack über. Es zieht nach Bocholt um, übernimmt aber  bestehende Produktionslinien, um sie weiterzuentwickeln.

Diese Strategie trägt Früchte: 2021 erweitert eine neue Produktlinie das Portfolio. Sinnack profitiert davon, dass die jüngeren Generationen zunehmend Convenience, Snack und globale Gerichte priorisieren. So folgt 2022 die dritte Wrap-Linie – verbunden mit der Umfirmierung zur Sinnack Snacks GmbH & Co. KG. Mit dem Neubau einer zweiten Produktionshalle 2024 will das Unternehmen die räumlichen Voraussetzungen für die Zukunft schaffen. In diesem Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Heute produziert Sinnack auf einer Linienlänge von 80 Metern in jeder der drei Linien  einen Wrap in weniger als 30 Minuten vom Teig bis zur fertigen Verpackung. Die Herstellung  folgt einem computergesteuerten, neunstufigen Prozess. Alles muss reibungslos ineinandergreifen. Kommt es an einer Stelle zu einer Störung, kann sich diese wie eine Kettenreaktion auf die gesamte Linie auswirken.

Der technische Leiter Dennis Sinnack gab den Lions-Mitgliedern zum Schluss noch einen Zubereitungstipp mit auf den Weg. Eigentlich können die Wraps nur wenige Sekunden im Ofen, Airfryer oder in der Mikrowelle aufgebacken werden. „Am besten aber schmecken sie, wenn man sie bei mittlerer Temperatur 30 Sekunden in der Pfanne erwärmt“, meinte er. Und Ehefrau Jana ergänzt: „Aber entscheidend für den Geschmack sind natürlich die Füllungen“. Und davon gibt es unzählig viele, wie die weltweit veröffentlichten Rezeptbücher zeigen. „Wirklich beeindruckend“, kommentierte Lions-Präsident Thomas de Roy nach der Führung und überreichte den beiden ein kleinesPräsent zum Abschied.