
Fünf Männer beugen sich über einen Behandlungstisch im Herzkatheterlabor des St.-Agnes-Hospitals und starren gebannt auf ein kleines Gerät. Auf einem Laptop-Bildschirm daneben ist in Rosa und Weiß zu sehen, wie sich ein winziger Clip um die Enden einer Herzklappe schließt. Privatdozent Dr. Ralf Erkens führt gerade vor, was sonst nur durch die Leiste seiner Patienten geschieht: Er zeigt den Mitgliedern des Lions Club Rhein-Issel im Rahmen einer Führung, wie eine undichte Herzklappe repariert wird – ohne Skalpell, ohne offenes Herz, in wenigen gezielten Handgriffen. Es ist ein Moment, der deutlich macht, warum die Kardiologie im St.-Agnes-Hospital ihr Motto ernst nimmt: Gesundheit ist Herzenssache.
Die Abteilung für Kardiologie und Elektrophysiologie im St.-Agnes-Hospital befasst sich mit der Erkennung, Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs. Auch die Therapie von Herzrhythmusstörungen zählt zu den Aufgaben der Abteilung, die die Lions-Freunde aus Bocholt bei ihrem jüngsten Besuch aus nächster Nähe kennenlernen durften.
Oberarzt Dr. Karsten Meuter stellt zunächst das Krankenhaus vor, bevor der geschäftsführende Oberarzt, Privatdozent Dr. Ralf Erkens, gemeinsam mit Dr. Aneida Vevecka die Fachbereiche im Detail präsentiert. „Viele Bocholter wissen das gar nicht, aber die Kardiologie in Bocholt ist topmodern und hervorragend ausgestattet“, betont Dr. Erkens. Rund 100 Herzklappentherapien werden jährlich minimalinvasiv im St.-Agnes-Hospital durchgeführt – „mehr als in den Unikliniken Münster und Essen“, so der Mediziner.
Wie das im Detail funktioniert, zeigt Dr. Erkens den Besuchern anschließend Schritt für Schritt: Über die Leiste schiebt der Arzt einen Katheter bis zum Herzen vor. Per Monitor erkennt er dabei genau, in welchem Zustand sich die Herzklappe befindet. Gezielt kann er anschließend mit einem mitgeführten Mini-Clip die Enden der Klappe greifen und zusammenklammern. „Das geht vergleichsweise schnell und verhindert Operationen am offenen Herzen“, berichtete der Privatdozent.
Mit noch mehr Technik, Computern und Monitoren hantiert derweil Dr. Aneida Vevecka. Die Elektrophysiologin, die ihren Beruf nach eigenen Worten mit Leidenschaft ausübt, kommt ins Spiel, wenn Patienten unter Herzrhythmusstörungen wie etwa Vorhofflimmern leiden. Mit Hilfe dreidimensionaler, computergestützter Navigationssysteme verschaffen sich die Ärztinnen und Ärzte zunächst ein genaues, bunt schillerndes Abbild des Herzens. Dort, wo die Flächen dunkler gefärbt sind, offenbart sich das Problem. Per Katheter wird dann gezielt dort Gewebe verödet – eine sogenannte Ablation. „Das ist nur ein ganz kleiner Eingriff, und danach funktioniert wieder alles. Das begeistert mich immer wieder“, schwärmte Dr. Aneida Vevecka. Rund 600 solcher Eingriffe werden inzwischen jährlich in Bocholt durchgeführt.
Zweiter Schwerpunkt des Besuchs ist des Lionsclubs die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Chefärztin Dr. Eva Hahn stellt die umfangreichen Aufgaben der Klinik vor und führt die Besucher anschließend durch den Kreißsaal. Die Gäste, die die Klinik seit Jahren mit Spenden unterstützen, zeigen sich von den Einblicken sichtlich beeindruckt.








